Irgendwo hinter Porto.

Der Camino beginnt, nach einer wirklich sehr schweren Woche faengt jetzt irgendwie eine neue Zeitrechnung an. Seit Porto sind die Strassen nicht mehr steinig, die Menschen nett, sie reden mit mir, geben mir ihre Nummer, damit ich sie anrufen kann, wenn ich Probleme hab und labern mich ueber Friedrich Hoelderlin voll, den groessten aller deutschen Poeten, den nichtmal ich kannte. Jetzt sind sogar andere Pilger auf der Strecke, die Haelfte davon aus Deutschland, aber trotzdem ganz nett..
Gestern n Endlaender getroffen, der mindestens der witzigste Englaender war, den ich je kennengelernt hat. Nur ueber die Deutschen gelaestert, aber immer mit Respekt. und ueber die Englaender selbst. und ueber Jesus haben wir geredet und das war alles sehr spirituell, aber wundervoll.
Ansonsten: Bei jedem Kreuz gebetet. Es waren viele, viele Kreuze, also hab ich fuer Jesus gebetet, und die Putzfrau, die mich heut morgen geweckt hat, und fuer Bradley Wiggins, der mit den schoenen Koteletten, und die Holzfaeller am weg, und fuer Heribert Fassbender und nochmal fuer Jesus und fuer Lance Armstrong und fuer noch viele andere wirklich wichtige Menschen, die ich jetzt nicht aufzaehlen kann.
Man sollte wirklich mehr beten im Leben, das tut gut!